Sachsens Glanz als altes Zentrum der Künste, des Handels, der Wirtschaft und Bildung spiegelt sich auch in seinen Museen und ihren umfangreichen ethnologischen Sammlungen wider. Es überrascht – und überrascht auch wieder nicht –, dass sich hier gleich drei Völkerkundemuseen in räumlicher und zeitlicher Nähe zueinander entwickelt haben. In den zwei größten sächsischen Städten Leipzig und Dresden sowie Herrnhut in der Oberlausitz kam es Ende des 19. Jahrhunderts innerhalb von zehn Jahren aufgrund der unterschiedlichsten Sammlungsbestrebungen zu ihren Gründungen.
Der Initiative und dem Engagement seiner Bürger verdankt die Stadt Leipzig Entstehung und Wachsen des Museums für Völkerkunde. Mit der Gründung einer Kunst- und Raritätenkammer in der jungen Residenzstadt Dresden im Jahre 1560 legte August I., Kurfürst von Sachsen, den Grundstein für die heutige Sammlung des Dresdner Völkerkundemuseums. Die Sammlung des Völkerkundemuseums Herrnhut gehört auf Grund ihrer Geschichte in die Reihe der Missionsmuseen.
Die Völkerkundemuseen in Leipzig, Dresden und Herrnhut fusionierten am 1. Januar 2004 zu der Einrichtung „Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen“ (SES). Damit befindet sich nun in Sachsen das zweitgrößte Völkerkundemuseum Deutschlands mit einem Gesamtbestand von etwa 350.000 Ethnographica, 200.000 Bilddokumenten, 350.000 bibliothekarischen Einheiten. Die drei Museen in Dresden, Leipzig und Herrnhut präsentieren auf über 6.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche umfangreiche Einblicke in das faszinierende Leben indigener Kulturen der Welt und in ihre Geschichte.
Die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen wurden zum 1.1.2010 in den Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden aufgenommen. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen verfügen über kunst- und kulturhistorische Sammlungen, die sich in idealer Weise ergänzen. Beide Sammlungen rücken damit enger zusammen, um ihr Potenzial von gemeinsamen Projekten, Ausstellungen und Forschungsarbeiten, aber auch der gemeinsamen Vermarktung in Zukunft noch besser ausschöpfen zu können.